Rock 'N' Roll Radio - Shut Up and Dance

review - 08.07.2015 06:00

Die Rockband hat das Zeug, Jung und Alt zum Tanzen zu bringen.

Künstler: Rock 'N' Roll Radio
Titel: Shut Up and Dance
Typ: Album
Stil: Dance Rock, Post Punk, Pop-Rock
Veröffentlichung: 21.10.2013


Tracklist:
01. Red Moon
02. What Should I Do
03. Mr.
04. One Week
05. You Never Know
06. Breakdown
07. Because of You
08. Ocean
09. You & I
10. Shut Up & Dance
11. Help Me
12. Neverland
13. Under the Light
14. Eyes


Die vierköpfige Rockband Rock 'N' Roll Radio, bestehend aus Naehyun Kim (Gesang, Gitarre), Jinkyu Kim (Gitarre, Backgroundvocals), Minwoo Lee (Bass, Backgroundvocals) und Schlagzeuger Minkyu Choi machte sich Anfang Juni erstmals nach Europa auf und gab dabei drei Konzerte in Frankreich. Im Oktober 2013 veröffentlichte das Quartett das Album "Shut Up and Dance". KoME hörte einmal in die 14 Tracks der Platte rein.

"Red Moon", der Eröffnungstitel des Albums, kommt durch Naehyun Kims Gesang, den starken Bass und die eingängige Instrumentierung recht kurzweilig daher. Die Gitarren stützen, aber dominieren die Musik nicht, lassen hingegen den Gesangsparts viel Raum. Dabei geben Rock 'N' Roll Radio mit diesem ersten Track auch gleich die Stilrichtung der anderen Titel vor. "What Should I Do" ist von etwas balladeskeren Charakter, aber keineswegs träge oder schnulzig. Die Falsett-Backgroundvocals von Jinkyu Kim und Minwoo Lee, gemeinsam mit der Melodie, verleiten zum Träumen. Doch auch ein interessantes Gitarrensolo kommt in dem Lied nicht zu kurz. Mit "Mr." kommt die erste flotte und spaßige Dance Rocknummer ins Spiel, die zum Springen und Tanzen einlädt - und dies nicht nur mittels der im Refrain zum Einsatz kommenden englischen Lyrics, sondern ganz einfach durch deren sommerlichen, mitreißenden Beat. Weitaus geheimnisvoller geht es hingegen in "One Week" zu, dass durch langgezogene "Oh"-Gesangsparts in Szene gesetzt wird und dadurch eine wehmütigere Note annimmt. Der nachfolgende Track, "You Never Know" lenkt die Aufmerksamkeit wieder auf heitere Rhythmen und einen energiegeladenen Naehyun Kim mit seinen Mannen im Background.

"Breakdown" ist eine kurzweilige, schnelle Rock-Ballade, die jedoch durch ihren satten Bass, ein abwechslungsreiches Gitarrensolo und Naehyun Kims Gesang auffällt und zu begeistern weiß. Das flotte und vom Beat her leicht karibisch anmutende "Because of You" folgt auf die Rockballade. Und Rock 'N' Roll Radio spielen noch ein wenig weiter mit den karibischen Klängen: In "Ocean" kommt durch die Perkussion, dem gefühlvollen Gesang und dem eingängigen Rhythmus Urlaubsstimmung auf. Etwa in der Mitte verändern sich Tempo und Rhythmus kurzzeitig und wecken etwas Wehmut. Alles in allem behält das Lied aber seine Sommerstimmung. "You & I" scheint sich hingegen nicht so wirklich Ernst zu nehmen. Der Track wirkt durch sein gelegentliches "La la la" und die dazu gehörige, etwas eigenwillige Instrumentierung, sogar ein wenig albern, macht aber dennoch Spaß - ganz besonders die Bridge. Der zehnte und titelgebende Track schraubt das Tempo etwas herunter und überrascht mit verträumten Gitarrenklängen. Zwar kontrastieren hier die auffordernd gesprochenen Vocals mit den verspielten Akkorden von Bass, Drums und Gitarre aber es dauert nicht lange, bis man sich daran gewöhnt hat - zumal Rock 'N' Roll Radio in der Hälfte des Liedes dann auch wieder mit melodischen Gesangsabschnitten und den einem oder anderen Riff aus dem Hardrock überraschen.

Gemächlicher geht es hingegen in der Rockballade "Help Me" zu. Neben einer relativ hoch gespielten Gitarre stechen hier auch wieder die Backgroundvocals hervor. Ein weiteres verträumtes Stück ist das sich anschließende "Neverland", das einen angenehmen Grundrhythmus besitzt. Zudem teilt sich Naehyun Kim die Strophen hier bewusst mit einem seiner Bandkollegen, ob mit Gitarrist oder Bassist hört man leider nicht heraus. Nachdenklich und ein wenig traurig kommt im Vergleich zum vorherigen Track "Under the Light" daher, das ungewöhnlich leicht verfremdet klingende Solo von der Gitarre lockert den Gesamteindruck in der zweiten Hälfte des Liedes etwas auf. "Eyes" spielt zum Abschluss des Albums noch einmal mit dem Tempo. Mitreißende Beats und lustige Vocals ("Da da da") laden ein letztes Mal dazu ein, das Tanzbein zu schwingen.

Fazit: Rock 'N' Roll Radio spielen einen angenehmen Mix aus Dance Rock, Post Punk und Pop-Rock, der in die Beine geht. Interessant ist auch, dass Rock 'N' Roll Radio scheinbar völlig ohne Synthesizer auskommen. Sämtliche Akzente werden fast komplett durch die beiden Gitarren, den Bass, das Schlagzeug und die Vielfältigkeit des Gesangs erzeugt. Wer der Rockmusik und ihren unterschiedlichen Facetten offen gegenüber steht, kann getrost einen Blick auf "Shut Up and Dance" riskieren.


Ein Musikvideo von "Shut Up & Dance" könnt ihr euch hier anschauen:

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