Wir haben euch
Youn Sun Nah schon vergangenes Jahr vorgestellt, als sie auf Promo-Tour zu ihrem Album
Voyage war. (Mehr dazu findet ihr
hier)
Diese äußert bewunderswerte Jazzsängerin scheint nie zu schlafen, denn war sie abgesehen von maximal zwei-monatiger Unterbrechung weltweit auf Tour, so schmeißt sie nun eine neue Platte mit dem Titel
Same Girl in die Regale. Und ist mit dieser auch gleich wieder auf Tour.
Same Girl- das trifft den Nagel auf den Kopf, denn die liebenswürdige Dame namens
Youn Sun Nah hat sich keineswegs verändert, zumindest in Hinsicht auf ihre Musik. Ihr neues Album erschien am 17. August in Süd-Korea und für den internationalen Markt gut einen Monat später am 24. September; und noch immer bei dem europaweit renommierten Jazzlabel „ACT Records“.
Sie besticht vor allem durch ihre Stimme, wofür sie auch seit Jahren von der internationalen Jazzszene gefeiert wird; da ist die Rede von einer „messerscharfen Stimme“ und „einer Präzision wie ein Chirurg mit dem Skalpell“. Ich möchte diese Tatsache einfach mal so stehen lassen, denn ich kann dem absolut nicht widersprechen, so wurde ich selbst schon auf einem Konzert davon überzeugt: Denn live klingt sie zu 100% wie auf den Alben - womit sich heutzutage immerhin nicht viele Künstler mehr brüsten können.
Die musikalische Vielfalt die sie auf
Same Girl präsentiert übertrifft sogar jene auf ihrem vorherigen Album
Voyage. Wird sie bei Songs wie
Breakfast in Baghdad oder
Moondog von einem Ensemble begleitet, reduziert sie sich unter anderem bei dem namensgebendem Lied für das Album
Same Girl gänzlich auf ihre Stimme und ihr fast schon berühmtes Daumenklavier. Sie lässt absolut nichts aus was sie zu bieten hat, sei es an Vitamin B wie bei
Breakfast in Baghdad von
Ulf Wakenius oder dem Featuring mit
Roland Brival zu
La Chanson d‘Helene, ihrer offensichtlich großen Liebe jeder Musik gegenüber, zu nennen sei in diesem Punkt das
Metallica Cover
Enter Sandman, ihrer Fähigkeit fließend koreanisch, englisch und französisch zu sprechen, oder last but not least der Fähigkeit den Zuhörer mit Emotionen nahezu zu überhäufen. So muss man über ihre gewitzte Stimmführung bei
My Favorite Things schmunzeln, so auch wenn sie anfängt über Essen zu singen, aber spürt man auch diese unendliche Sehnsucht und die grenzenlose Melancholie und Dramatik die scheint‘s allgegenwärtig in einem selbst steckt und die sie wie eine Meisterin weiß hervorzurufen.
Ich höre das Album nun zum dritten Mal in Folge und jedes Mal wenn der letzte Track zu Ende ging, kam es mir vor wie ein Augenblick, wie ein wunderschöner Traum bei dem man sich fragt „passierte das nun wirklich??“; und man träumt diesen Traum immer wieder gerne, denn es gibt immer neue Details zu entdecken und Gefühlswelten zu durchleben die man mit jedem Atemzug genießt.
Wer sich von ihren Livequalitäten auch mal überzeugen lassen will, ihre kommenden Auftritte in Deutschland sind:
29. Oktober - Hamburg, Kampnagel
31. Oktober - Kiel, Kulturforum
01. November - Berlin,Postbahnhof
04. November - Heidelberg, Karlstorbahnhof
05. November - Ingolstadt, Jazztage
06. November - Aalen, Aalener Jazztage
11. Februar - Singen, Kulturzentrum GEMS